Existenzgründungen in Deutschland steigen

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Auf wachsendes Gründungsinteresse in der Bundesrepublik lassen die Ergebnisse des neuen Gründerreports schließen, den der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) jetzt vorgelegt hat (27. Juni 2011).

"In Deutschland werden wieder mehr Unternehmen gegründet", berichtete DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann dem "Handelsblatt". "Bemerkenswert ist: endlich auch in einem Aufschwung! Denn bislang gab es bei besserer Konjunktur und rückläufiger Arbeitslosigkeit stets weniger Gründer."

Der aktuelle DIHK-Report fußt auf über 360.000 Kontakten von Existenzgründungsberatern der Industrie- und Handelskammern (IHKs) mit angehenden Unternehmerinnen und Unternehmern. Der Studie zufolge führten die IHKs im vergangenen Jahr insgesamt 361.058 Gründungsgespräche, 1,1 Prozent mehr als 2009. Die Zahl der Interessenten, die ein vorbereitetes Gründungskonzept diskutierten, kletterte sogar um 8,5 Prozent auf nunmehr 64.343.

Die öffentliche Diskussion zum Thema "Unternehmertum" trage erste Früchte, erklärte Driftmann den erfreulichen Trend. Allerdings drohe vielen Gründungen wegen mangelhafter Vorbereitung und fehlender Gründerberatung ein frühes Aus.

"Noch immer wollen die meisten Gründer zuallererst der Erwerbslosigkeit entkommen", bedauerte der DIHK-Präsident. "Furcht ist jedoch ein schlechter Ratgeber, der oft dazu führt, sich übereilt in das 'Abenteuer Selbstständigkeit' zu begeben", warnte er.

Weil das Thema "Unternehmertum" im deutschen Bildungssystem noch immer zu wenig behandelt würde, seien beim Start selbst grundlegende Fragen oft ungeklärt: "43 Prozent aller arbeitslosen Gründer haben keine klare Geschäftsidee", berichtete Driftmann. "So kann niemand in Verhandlungen mit Kunden, Geschäftspartnern und Banken bestehen."

Es sei daher richtig, den Gründungszuschuss für Arbeitslose neu zu justieren. Die Umwandlung von einem Rechtsanspruch in eine Ermessensleistung gebe den Arbeitsagenturen die Möglichkeit, individueller abzuwägen, ob die Selbstständigkeit für den Arbeitslosen wirklich der geeignete Weg sei. So könnten öffentliche Gelder zielgerichteter in erfolgversprechende Gründungsprojekte gelenkt werden. Driftmann: "Das erschwert zwar den Zugang, schützt aber vor Schnellschüssen."

Den aktuellen Zahlen zufolge wollen sich 64 Prozent der Gründungsinteressenten in Dienstleistungsbranchen wie Gastgewerbe, Gesundheits- und Pflegedienstleistungen oder Tourismus selbstständig machen. Driftmann: "Viele dieser neuen Unternehmen sind zwar zunächst klein und starten häufig ohne Mitarbeiter. Allerdings: Wer eine zündende Idee hat, die den Zuspruch der Kunden findet, kann auch rasch wachsen."

Als "besonders erfreulich" wertete der DIHK-Präsident, dass immer häufiger Frauen ein Unternehmen gründen wollen. "Binnen sieben Jahren ist der Anteil der Gründerinnen von 32 Prozent auf 40 Prozent im Jahr 2010 gestiegen", sagte Driftmann. Er führte diesen Trend auf ein sich wandelndes Rollenverständnis zurück. Die Wirtschaftsregion mit den anteilig meisten Existenzgründerinnen bleibt mit 43 Prozent der Osten; in manchen IHK-Regionen beträgt der Gründerinnenanteil sogar 50 Prozent oder mehr. Quelle: G.I.B. und DIHK, 24. Juni 2011

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