Freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbständige mit Gründungszuschuss 2017

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Der Beitragssatz für das Jahr 2017 liegt bei 3 Prozent. Auf Basis der Bezugsgröße von 2.975 Euro (West) und 2.660 Euro (Ost) liegt der monatliche Beitrag zur Arbeitslosenversicherung für Selbständige bei 89,25 Euro bzw. 79,80 Euro.

Für Gründerinnen und Gründer besteht eine Sonderregelung (§ 345b, § 434w SGB III). Sie zahlen während der zweijährigen Startphase nur die Hälfte: 44,63 Euro (West) und 39,90 Euro (Ost). Die Beiträge müssen an die Bundesagentur für Arbeit abgeführt werden.

Der Antrag muss innerhalb eines Monats nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit (mit Bewilligung des Gründungszuschuss) bei der Agentur für Arbeit gestellt werden.

Möglichkeit für Existenzgründer/innen mit Gründungszuschuss
Freiwillig in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, wenn Sie sich mit Gründungszuschuss selbständig machen. Das Antragsformular erhalten Sie zusammen mit den Formularen zu Gründungszuschuss bei der zuständigen Arbeitsagentur.

Erfolgsgeschichten von Gründer und Gründerinnen



Wer die Versicherung abschließt, kann sie erst nach fünf Jahren wieder kündigen – mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten. Ansonsten endet der Versicherungsschutz automatisch, wenn der Versicherte mit drei Monatsbeiträgen im Rückstand ist. Die Kündigung muss schriftlich an die zuständige Arbeitsagentur geschickt werden, eine bestimmte Form wird nicht verlangt.

Übrigens:
Selbständige, die wiederholt ihre selbständige Tätigkeit zum Beispiel aus witterungsbedingten Gründen beenden und nach der Unterbrechung die gleiche selbständige Tätigkeit wieder neu aufnehmen, zahlen den vollen Beitrag, sofern bei ihnen die Startphase abgelaufen ist.
Gut zu wissen: Das BMAS-Bürgertelefon zur Arbeitsmarktpolitik und -förderung weist daraufhin, dass sich die Höhe des Arbeitslosengeldes in der Regel nicht an den tatsächlichen Einnahmen aus der selbständigen Tätigkeit, sondern an einem fiktiven Arbeitsentgelt orientiert. Dessen Höhe hängt u.a. von den Beschäftigungsmöglichkeiten und der damit erforderlichen Qualifikation ab.
Weitere Informationen:
•    BMAS-Bürgertelefon zur Arbeitsmarktpolitik und -förderung  Tel.: 030 221 911 003
•    BMWi-Existenzgründungsportal
     Freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbständige


Freiwillige Arbeitslosenversicherung für viele Existenzgründer zu teuer

Fast die Hälfte aller Existenzgründer, die sich freiwillig in der Arbeitslosenversicherung weiterversichert haben, haben diese Versicherung wieder verlassen. Hauptgrund hierfür waren die hohen Beiträge. Dies ergab eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) in Nürnberg.

Die Anzahl der Existenzgründer, die eine freiwillige Arbeitslosenversicherung - bzw. seit 2011 ein sogenanntes Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag (§ 28a SGB III) - abgeschlossen haben, ist stark rückläufig. Die für eine solche Versicherung fälligen Beiträge haben sich seit 2010 stark erhöht.

„Die Beiträge für Selbstständige müssen so schnell wie möglich wieder gesenkt und die Arbeitslosenversicherung so für diesen wachsenden Teil der Erwerbstätigen wieder bezahlbar werden“, fordert die Politikerin in ihrer Auswertung der Anfrage. Sie plädiert außerdem für eine gründerfreundlichere Gestaltung der Antragsstellung und eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes für Selbstständige. (Startothek 13.05.2015)

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